Ein Bad Actor bezeichnet eine Person, Gruppe oder Organisation, die bewusst schädigend, betrügerisch oder böswillig gegenüber digitalen Systemen, Unternehmen oder Einzelpersonen handelt, unabhängig davon, ob sie extern oder innerhalb eines Unternehmens agiert.
Im Unterschied zum enger gefassten Begriff Attacker, der meist die konkret technisch handelnde Angreiferseite bezeichnet, umfasst Bad Actor bewusst auch andere Formen schädigenden Verhaltens, etwa durch unzufriedene Mitarbeitende, korrupte Geschäftspartner oder Organisationen, die gezielt Desinformation verbreiten oder Wettbewerber sabotieren.
Für Unternehmen ist der breitere Begriff relevant, weil Bedrohungen nicht ausschließlich von externen Angreifern ausgehen: Auch sogenannte Innentäter, also Mitarbeitende oder ehemalige Mitarbeitende mit legitimem Systemzugang, können als Bad Actor erheblichen Schaden anrichten, etwa durch den gezielten Abfluss vertraulicher Daten.
Für Architektur- und Ingenieurbüros bedeutet dies, dass Sicherheitskonzepte nicht ausschließlich auf externe Angreifer ausgerichtet sein sollten, sondern auch interne Risiken berücksichtigen müssen, etwa durch klare Zugriffsrechte, die bei Mitarbeiteraustritten konsequent entzogen werden, sowie durch nachvollziehbare Protokollierung sensibler Zugriffe auf Projektdaten.
Abzugrenzen ist der Bad Actor vom spezifischeren Attacker, der primär die technische Angriffshandlung beschreibt, sowie vom Advanced Persistent Threat als langfristigem, organisiertem Angriffsmuster. Der konkrete Weg eines Bad Actor lässt sich häufig über einen Attack vector oder strukturiert über einen Attack tree nachvollziehen.
Für Sie als Geschäftsführerin oder Geschäftsführer eines Planungsbüros ist der breitere Blick auf mögliche Bad Actors wichtig, weil nicht jede Bedrohung von außen kommt. Klare, dokumentierte Zugriffsrechte, die bei jedem Mitarbeiteraustritt konsequent und zeitnah entzogen werden, sowie eine nachvollziehbare Protokollierung sensibler Zugriffe auf Projektdaten reduzieren das Risiko interner Vorfälle erheblich. Auch bei der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern, Subplanern oder Projektpartnern lohnt sich eine bewusste Beschränkung der Zugriffsrechte auf das tatsächlich notwendige Maß. Für die Cyberversicherung ist relevant, dass auch durch interne Bad Actors verursachte Schäden je nach Vertrag unterschiedlich behandelt werden können, weshalb eine klare Regelung im Vorfeld sinnvoll ist.
Ein ehemaliger Mitarbeiter eines Ingenieurbüros, dessen Zugriffsrechte nach seinem Austritt nicht konsequent entzogen wurden, meldet sich Wochen später weiterhin erfolgreich in der Cloud-Umgebung des Büros an und lädt vertrauliche Planungsunterlagen für ein laufendes Projekt herunter, um sie einem neuen Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen. Erst eine routinemäßige, gründliche und umfassende Überprüfung aller aktiven Zugänge deckt den unbefugten Zugriff schließlich vollständig auf. Die Geschäftsführung erkennt daraufhin, dass die bisherigen Sicherheitsmaßnahmen zu stark auf externe Angreifer ausgerichtet waren, und führt einen verbindlichen, unternehmensweiten Prozess zur sofortigen Deaktivierung sämtlicher digitalen Zugänge bei jedem einzelnen Mitarbeiteraustritt ein, der künftig verbindlich von der Personalabteilung aktiv angestoßen wird.
Ein Bad Actor ist eine Person, Gruppe oder Organisation, die bewusst schädigend oder böswillig gegenüber digitalen Systemen oder Unternehmen handelt, egal ob von außen oder von innen.
Attacker bezeichnet meist die konkret technisch handelnde Angreiferseite, während Bad Actor als breiterer Begriff auch Innentäter wie unzufriedene Mitarbeitende einschließen kann.
Nicht jede Bedrohung kommt von außen, weshalb klare Zugriffsrechte und deren konsequente Entziehung bei Mitarbeiteraustritten wichtige Präventionsmaßnahmen darstellen.
Schäden durch interne Bad Actors können je nach Vertrag unterschiedlich behandelt werden, weshalb eine klare Regelung solcher Fälle im Versicherungsvertrag sinnvoll ist.
Regelmäßige Überprüfungen aktiver Zugänge, eine nachvollziehbare Protokollierung sensibler Zugriffe sowie klare Prozesse bei Mitarbeiteraustritten helfen, unbefugte interne Zugriffe frühzeitig aufzudecken.
• Attacker – engerer, technischer Begriff für die konkret handelnde Angreiferseite innerhalb der breiteren Kategorie Bad Actor.
• Advanced Persistent Threat (APT) – beschreibt ein langfristiges, organisiertes Angriffsmuster, das von einem Bad Actor verfolgt werden kann.
• Attack vector – beschreibt den konkreten Weg, über den ein Bad Actor tatsächlich Schaden anrichtet.
• Cyberversicherung – die Behandlung von Schäden durch interne Bad Actors kann vertraglich unterschiedlich geregelt sein.