Die Los-ARGE ist eine Arbeitsgemeinschaft, bei der jeder Partner ein klar abgegrenztes Los eigenverantwortlich bearbeitet — etwa einen Bauabschnitt, ein Gewerk oder eine Leistungsphase.
Anders als bei der Quoten-ARGE arbeiten die Partner nicht am selben Werkteil. Die Leistung wird aufgeteilt, jeder ist für seinen Bereich verantwortlich, und Aufwand wie Honorar folgen dieser Aufteilung.
Der Vorteil: klare Zuordnung
Weil die Leistungsbereiche abgegrenzt sind, lässt sich ein Fehler in aller Regel eindeutig zuordnen. Das erleichtert den internen Ausgleich erheblich — bei der Quoten-ARGE ist genau das der Streitpunkt.
Die Grenze: nach außen ändert das nichts
Gegenüber dem Auftraggeber tritt die ARGE als Einheit auf. Alle Partner haften gesamtschuldnerisch in voller Höhe — auch für Fehler in einem Los, mit dem sie nie befasst waren. Die Losaufteilung wirkt allein im Innenverhältnis.
Die verbleibende Schwachstelle
Auch bei sauberer Losaufteilung bleiben die Schnittstellen. Wo ein Los an das andere anschließt, entstehen die typischen Fehler — und dort ist die Zuordnung wieder unklar. Wer die Schnittstellenkoordination verantwortet, sollte im ARGE-Vertrag ausdrücklich geregelt sein.
Synonyme: losweise Arbeitsgemeinschaft, Los-Arbeitsgemeinschaft.
Für Ihr Büro ist die Los-ARGE die berechenbarere der beiden Formen — solange zwei Dinge stimmen.
Drei Punkte:
Eine objektbezogene Versicherung für das Vorhaben ist auch hier der sauberste Weg. Ob Ihre Berufshaftpflichtversicherung die Haftung aus einer ARGE erfasst, ergibt sich aus dem Bedingungswerk.
Drei Ingenieurbüros bilden eine Los-ARGE für eine Bahntrasse: Büro A plant Abschnitt Nord, Büro B den Mittelabschnitt, Büro C den Süden. Im Übergang zwischen Nord und Mitte kommt es zu einem Setzungsschaden.
Der Auftraggeber nimmt Büro C in Anspruch — den wirtschaftlich stärksten Partner, obwohl dessen Los nicht betroffen ist. Es muss leisten und intern Ausgleich suchen. Da der Fehler an der Schnittstelle zwischen zwei Losen liegt, ist die Zuordnung zwischen A und B streitig. Eine ausdrückliche Regelung zur Schnittstellenverantwortung im ARGE-Vertrag hätte das entschieden.
Eine Arbeitsgemeinschaft, bei der jeder Partner ein abgegrenztes Los eigenverantwortlich bearbeitet.
Nur im Innenverhältnis. Gegenüber dem Auftraggeber haften alle Partner gesamtschuldnerisch in voller Höhe.
Die klare Leistungsaufteilung. Bei der Quoten-ARGE wird gemeinsam am selben Werk gearbeitet und nach Anteilen abgerechnet.
An den Schnittstellen zwischen den Losen. Wer sie verantwortet, sollte ausdrücklich geregelt sein.
Über eine objektbezogene Versicherung und durch Versicherungsnachweise aller Partner.