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Lateral Movement einfach erklärt | Cyber-Glossar

Geschrieben von Bauversicherungsmakler Glossar | Aug 10, 2026, 2:28:42 PM

Definition

Lateral Movement bezeichnet die Technik, mit der Angreifer nach einem ersten erfolgreichen Zugriff gezielt innerhalb eines Netzwerks von System zu System vorrücken, um weitere Zugriffsrechte, sensible Daten oder zusätzliche Kontrolle über die Infrastruktur zu erlangen.

Erklärung / Hintergrund

Nach dem initialen Zugriff auf ein einzelnes System nutzen Angreifer beim Lateral Movement gestohlene Zugangsdaten, ausgenutzte Schwachstellen oder legitime Verwaltungswerkzeuge, um sich unauffällig innerhalb des Netzwerks weiterzubewegen und ihre Position schrittweise auszubauen.

Für Unternehmen ist Lateral Movement relevant, weil es häufig den entscheidenden Schritt zwischen einem eingegrenzten, kleineren Vorfall und einem umfassenden Sicherheitsvorfall mit weitreichenden Folgen darstellt, da Angreifer dadurch Zugriff auf deutlich mehr Systeme und Daten erlangen können.

Für Architektur- und Ingenieurbüros ist Lateral Movement relevant, weil Angreifer nach dem Zugriff auf ein einzelnes Mitarbeitergerät versuchen könnten, sich bis zu zentralen Projektservern, BIM-Datenbanken oder Backup-Systemen vorzuarbeiten, wodurch der ursprünglich begrenzte Vorfall erheblich an Tragweite gewinnt.

Abzugrenzen ist Lateral Movement vom initialen Angriffsvektor, über den sich Angreifer zunächst Zugang verschaffen, sowie von der Advanced Persistent Threat, die Lateral Movement häufig als einen von mehreren Schritten eines langfristigen, gezielten Angriffs nutzt. Netzwerksegmentierung erschwert Lateral Movement gezielt. Dies zeigt, wie eng die einzelnen Konzepte der Cybersicherheit miteinander verzahnt sind.

Praxisrelevanz

Für Sie als Geschäftsführerin oder Geschäftsführer eines Planungsbüros ist Lateral Movement relevant, weil eine gute Netzwerksegmentierung verhindern kann, dass Angreifer nach dem Zugriff auf ein einzelnes Gerät ungehindert zu zentralen Projektservern und sensiblen Planungsdaten vordringen. Eine klare Trennung unterschiedlicher Netzwerkbereiche begrenzt den möglichen Schaden eines Vorfalls erheblich. Für die Cyberversicherung ist relevant, dass Maßnahmen zur Eindämmung von Lateral Movement, etwa Netzwerksegmentierung und das Prinzip der minimalen Rechtevergabe, häufig als Mindestanforderungen an die IT-Sicherheit gelten. Ein gutes Verständnis hilft Ihnen, entsprechende Investitionen sinnvoll zu priorisieren. Ein realistisches Verständnis dieses Zusammenhangs hilft Ihnen zudem, Prioritäten bei der eigenen IT-Sicherheit sinnvoll zu setzen und im Beratungsgespräch zur Cyberversicherung fundierte Fragen zu stellen.

Praxisbeispiel

Bei einem Ingenieurbüro gelingt es einem Angreifer zunächst, über eine Phishing-E-Mail Zugriff auf den Rechner eines einzelnen Mitarbeiters zu erlangen. Da das Netzwerk des Büros jedoch klar in verschiedene Segmente unterteilt ist, kann sich der Angreifer nicht ungehindert bis zum zentralen Projektserver vorarbeiten. Ein aufmerksames Intrusion Detection System erkennt zudem den ungewöhnlichen Versuch, sich innerhalb des Netzwerks weiterzubewegen, und alarmiert den IT-Dienstleister rechtzeitig, sodass der Vorfall auf das ursprünglich betroffene Gerät begrenzt bleibt und größerer Schaden verhindert wird. Der Vorfall wird intern dokumentiert und dient als Grundlage für weitere, gezielte Verbesserungen der eigenen IT-Sicherheit.

FAQ

Was bedeutet Lateral Movement?

Lateral Movement bezeichnet die Technik, mit der Angreifer nach einem ersten Zugriff gezielt innerhalb eines Netzwerks von System zu System vorrücken.

Warum ist Lateral Movement so gefährlich?

Es stellt häufig den entscheidenden Schritt zwischen einem eingegrenzten Vorfall und einem umfassenden Sicherheitsvorfall mit weitreichenden Folgen dar.

Wie können Unternehmen Lateral Movement erschweren?

Netzwerksegmentierung und das Prinzip der minimalen Rechtevergabe begrenzen die Möglichkeiten von Angreifern, sich weiterzubewegen.

Warum ist Lateral Movement für Ingenieurbüros relevant?

Angreifer könnten von einem einzelnen Mitarbeitergerät aus versuchen, zu zentralen Projektservern und BIM-Datenbanken vorzudringen.

Welche Rolle spielt Lateral Movement für die Cyberversicherung?

Maßnahmen zur Eindämmung von Lateral Movement gelten häufig als Mindestanforderungen an die IT-Sicherheit in vielen Bedingungswerken.

Verwandte Begriffe

Exploit – kann von Angreifern beim Lateral Movement genutzt werden, um weitere Systeme zu kompromittieren.

Attack vector – beschreibt den ursprünglichen Weg, bevor sich ein Angreifer mittels Lateral Movement weiterbewegt.

Attacker – führt Lateral Movement gezielt durch, um seine Position innerhalb eines Netzwerks auszubauen.

Advanced Persistent Threat (APT) – nutzt Lateral Movement häufig als einen von mehreren Schritten eines langfristigen Angriffs.