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Abgeleitete Identitäten einfach erklärt | Cyber-Glossar

Geschrieben von Bauversicherungsmakler Glossar | Jul 7, 2026 3:59:29 PM

Definition

Abgeleitete Identitäten sind zusätzliche digitale Identitätsnachweise, die aus einer bereits bestehenden, meist hardwaregebundenen Basisidentität erzeugt werden, um Nutzerinnen und Nutzern eine sichere Authentifizierung auf weiteren Geräten oder in weiteren Systemen zu ermöglichen.

Erklärung / Hintergrund

Im Identitäts- und Zugriffsmanagement dient eine abgeleitete Identität dazu, den Nachweis einer bestehenden digitalen Identität, etwa einer Smartcard oder eines Hardware-Tokens, auf ein weiteres Gerät wie ein Smartphone oder Tablet zu übertragen, ohne das ursprüngliche Basiscredential jedes Mal physisch einsetzen zu müssen. Technisch wird dabei ein neues, kryptografisch abgesichertes Zertifikat erzeugt, das an die verifizierte Basisidentität gekoppelt bleibt.

Für Unternehmen ist dieses Konzept relevant, weil moderne Arbeitsumgebungen zunehmend mehrere Geräte und Zugriffswege pro Person umfassen. Abgeleitete Identitäten ermöglichen dabei durchgängig sichere Authentifizierung, ohne dass Mitarbeitende auf schwächere Ersatzverfahren wie einfache Passwörter ausweichen müssen.

Für Architektur- und Ingenieurbüros ist das besonders auf Baustellen und im Außendienst relevant, wo häufig mit Tablets oder mobilen Endgeräten auf Projektplattformen, BIM-Daten oder Cloud-Speicher zugegriffen wird. Eine abgeleitete Identität erlaubt dort einen sicheren Zugang, ohne dass sensible Planungsdaten durch unsichere Behelfslösungen gefährdet werden.

Abzugrenzen ist der Begriff von der Digitalen Identität als Oberbegriff für sämtliche digitalen Merkmale einer Person, sowie von Anonymität und Anonymizer, die auf Verschleierung statt auf Identitätsnachweis abzielen. Auch der Digital Footprint, die Summe aller digitalen Spuren einer Person, ist von der gezielt erzeugten abgeleiteten Identität zu unterscheiden.

Praxisrelevanz

Für Sie als Geschäftsführerin oder Geschäftsführer eines Planungsbüros ist das Konzept abgeleiteter Identitäten relevant, weil es eine sichere Grundlage für den mobilen Zugriff auf Projektdaten schafft, ohne den Komfort für Mitarbeitende einzuschränken. Gerade wenn Teams auf Baustellen, im Homeoffice oder bei Auftraggebern vor Ort arbeiten, reduziert eine saubere Identitätsverwaltung das Risiko kompromittierter Zugänge erheblich. Für die Bewertung der IT-Sicherheit im Rahmen einer Cyberversicherung kann ein durchdachtes Identitätsmanagement, das auch abgeleitete Identitäten einschließt, ein positives Signal für ein strukturiertes Zugriffskonzept sein und die Einhaltung vereinbarter Mindestanforderungen erleichtern. Zudem lassen sich verlorene oder gestohlene Endgeräte im Ernstfall gezielt und schnell sperren, ohne die gesamte digitale Identität einer Person neu einrichten zu müssen.

Praxisbeispiel

Ein Ingenieurbüro stattet sein Baustellenpersonal mit Tablets aus, über die vor Ort auf aktuelle Planungsunterlagen und die Projektplattform zugegriffen werden soll. Anstatt jedem Gerät eigene, schwächer geschützte Zugangsdaten zuzuweisen, richtet die IT-Abteilung für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter eine abgeleitete Identität ein, die auf dem bereits vorhandenen Firmenausweis mit Chip basiert. So kann sich das Team direkt auf der Baustelle sicher anmelden, während der Zugriff im Falle eines verlorenen Tablets zentral und sofort gesperrt werden kann, ohne die Basisidentität selbst zu gefährden. Die Geschäftsführung gewinnt dadurch spürbar mehr Kontrolle über mobile Zugänge, ohne den täglichen Arbeitsablauf der Baustellenteams zu verlangsamen oder zusätzliche Hardware anschaffen zu müssen.

FAQ

Was versteht man unter abgeleiteten Identitäten?

Abgeleitete Identitäten sind zusätzliche digitale Identitätsnachweise, die aus einer bestehenden Basisidentität erzeugt werden, um eine sichere Anmeldung auf weiteren Geräten zu ermöglichen, ohne das ursprüngliche Credential erneut einzusetzen.

Worin unterscheidet sich eine abgeleitete Identität von einer normalen digitalen Identität?

Die digitale Identität ist der Oberbegriff für sämtliche digitalen Merkmale und Nachweise einer Person, während die abgeleitete Identität ein konkretes, technisch erzeugtes Zusatzcredential für ein weiteres Gerät darstellt.

Warum sind abgeleitete Identitäten für Architektur- und Ingenieurbüros mit mobilen Teams relevant?

Da Mitarbeitende auf Baustellen und im Außendienst häufig mobile Geräte nutzen, ermöglichen abgeleitete Identitäten dort einen sicheren Zugriff auf Projektdaten, ohne auf unsichere Behelfslösungen zurückzugreifen.

Welche Rolle spielen abgeleitete Identitäten für IT-Sicherheit und Cyberversicherung?

Ein strukturiertes Identitätsmanagement, das abgeleitete Identitäten einschließt, kann helfen, vereinbarte Mindestanforderungen an die IT-Sicherheit einzuhalten und dadurch die Versicherbarkeit positiv zu unterstützen.

Wie werden abgeleitete Identitäten technisch bereitgestellt?

Üblicherweise wird auf Basis eines verifizierten Ausgangscredentials, etwa einer Smartcard, ein neues kryptografisches Zertifikat für das Zielgerät ausgestellt, das zentral verwaltet und bei Bedarf widerrufen werden kann.

Verwandte Begriffe

Digitale Identität – Abgeleitete Identitäten sind ein Spezialfall im Rahmen der übergeordneten digitalen Identität einer Person.

Anonymität – steht als Konzept der Verschleierung im Gegensatz zum gezielten Identitätsnachweis abgeleiteter Identitäten.

Digital footprint – beschreibt die Summe digitaler Spuren einer Person, unabhängig von gezielt erzeugten Identitätsnachweisen.

Cyberversicherung – ein solides Identitätsmanagement unterstützt die Einhaltung von IT-Sicherheitsanforderungen im Versicherungsvertrag.