Definition
Eine Digitale Identität umfasst die Gesamtheit der digitalen Merkmale, Zugangsdaten und Attribute, mit denen eine Person oder ein System in digitalen Umgebungen eindeutig identifiziert und authentifiziert werden kann, insbesondere im betrieblichen Alltag.
Erklärung / Hintergrund
Eine Digitale Identität setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen, etwa Benutzernamen, Passwörtern, digitalen Zertifikaten, biometrischen Merkmalen oder eindeutigen Kennnummern. Sie ermöglicht es Systemen, eine Person zweifelsfrei wiederzuerkennen und ihr entsprechende Zugriffsrechte zuzuweisen.
Für Unternehmen ist der Schutz digitaler Identitäten relevant, weil eine kompromittierte Identität Angreifern Zugang zu allen mit ihr verknüpften Systemen und Daten ermöglichen kann. Ein durchdachtes Identitätsmanagement stellt sicher, dass Zugriffsrechte korrekt zugewiesen und regelmäßig überprüft werden.
Für Architektur- und Ingenieurbüros bedeutet dies konkret, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter über klar definierte digitale Identitäten für Projektplattformen, Cloud-Dienste und E-Mail-Systeme verfügen sollte, deren Zugriffsrechte bei Personalwechseln zeitnah angepasst oder entzogen werden müssen.
Abzugrenzen ist die Digitale Identität vom Digital Footprint, der die hinterlassenen Spuren dieser Identität beschreibt, sowie von Abgeleiteten Identitäten, die auf Basis vorhandener Identitätsdaten künstlich erstellt werden können. Anonymität beschreibt das bewusste Verbergen der eigenen digitalen Identität. Dies zeigt, wie eng die einzelnen Konzepte der Cybersicherheit miteinander verzahnt sind.
Praxisrelevanz
Für Sie als Geschäftsführerin oder Geschäftsführer eines Planungsbüros ist die Verwaltung digitaler Identitäten relevant, weil jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter über Zugänge zu sensiblen Projektplattformen, Cloud-Diensten und E-Mail-Systemen verfügt, die bei Personalwechseln zeitnah angepasst werden müssen. Ein strukturiertes Identitäts- und Zugriffsmanagement, einschließlich klarer Onboarding- und Offboarding-Prozesse, reduziert das Risiko unbefugter Zugriffe erheblich. Für die Cyberversicherung ist relevant, dass viele Bedingungswerke ein sauberes Identitätsmanagement als Teil der Mindestanforderungen an die IT-Sicherheit voraussetzen. Ein gutes Grundverständnis hilft Ihnen, Ihr Unternehmen gegen Identitätsmissbrauch angemessen abzusichern. Ein realistisches Verständnis dieses Zusammenhangs hilft Ihnen zudem, Prioritäten bei der eigenen IT-Sicherheit sinnvoll zu setzen und im Beratungsgespräch zur Cyberversicherung fundierte Fragen zu stellen.
Praxisbeispiel
Ein Ingenieurbüro stellt bei einer internen Überprüfung fest, dass mehrere ehemalige Mitarbeitende noch immer über aktive digitale Identitäten mit vollem Zugriff auf die zentrale Projektplattform verfügen, obwohl ihr Arbeitsverhältnis bereits vor Monaten endete. Diese ungenutzten, aber weiterhin gültigen Zugänge stellen ein erhebliches, bislang unbemerktes Sicherheitsrisiko dar. Die Geschäftsführung lässt daraufhin sämtliche digitalen Identitäten überprüfen, nicht mehr benötigte Zugänge unverzüglich deaktivieren und führt einen verbindlichen Offboarding-Prozess ein, der die sofortige Deaktivierung aller Zugriffsrechte bei jedem Austritt eines Mitarbeitenden sicherstellt. Der Vorfall wird intern dokumentiert und dient als Grundlage für weitere, gezielte Verbesserungen der eigenen IT-Sicherheit.
FAQ
Was versteht man unter einer Digitalen Identität?
Eine Digitale Identität umfasst alle digitalen Merkmale und Zugangsdaten, mit denen eine Person in digitalen Umgebungen eindeutig identifiziert und authentifiziert werden kann.
Woraus setzt sich eine Digitale Identität zusammen?
Dazu zählen unter anderem Benutzernamen, Passwörter, digitale Zertifikate, biometrische Merkmale sowie eindeutige Kennnummern innerhalb eines Systems.
Warum ist die Verwaltung digitaler Identitäten für Ingenieurbüros wichtig?
Zugriffsrechte auf Projektplattformen und Cloud-Dienste müssen bei Personalwechseln zeitnah angepasst werden, um unbefugten Zugriff zu verhindern.
Welche Rolle spielt die Digitale Identität für die Cyberversicherung?
Ein strukturiertes Identitätsmanagement wird von vielen Bedingungswerken als Teil der Mindestanforderungen an die IT-Sicherheit vorausgesetzt.
Wie lässt sich Identitätsmissbrauch im Unternehmen vorbeugen?
Klare Onboarding- und Offboarding-Prozesse sowie regelmäßige Überprüfungen aller aktiven digitalen Identitäten reduzieren das Risiko erheblich.
Verwandte Begriffe
• Digital footprint – beschreibt die hinterlassenen Spuren einer Digitalen Identität im Netz.
• Abgeleitete Identitäten – können auf Basis bestehender digitaler Identitätsdaten künstlich erstellt werden.
• Anonymität – beschreibt das bewusste Verbergen der eigenen Digitalen Identität im Netz.
• Anonymizer – kann technisch genutzt werden, um die eigene Digitale Identität zu verschleiern.
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