Als Abhandenkommen bezeichnet man den Verlust einer Sache — durch Verlieren, Diebstahl oder sonstiges Abhandenkommen —, ohne dass eine Beschädigung der Substanz vorliegt.
Für die Haftpflichtversicherung ist das Abhandenkommen ein Sonderfall: Es fehlt die körperliche Einwirkung, die einen Sachschaden ausmacht. Deshalb ist es in den Bedingungswerken traditionell ausgeschlossen — insbesondere für Geld, Wertpapiere und Wertsachen.
Wo Erweiterungen üblich sind
Mehrere Konzepte für Planungsbüros schließen einzelne Konstellationen wieder ein, typischerweise mit Sublimit und Auflagen:
Ob und in welchem Umfang solche Erweiterungen bestehen, unterscheidet sich zwischen den Anbietern erheblich. Bargeld, Schmuck und Wertpapiere bleiben dabei fast durchgängig ausgenommen.
Abgrenzung
Synonyme: Verlust von Sachen, Schlüsselverlust als Sonderfall.
Das Risiko entsteht in ganz alltäglichen Abläufen: Bestandsunterlagen werden zur Bearbeitung übergeben, Schlüssel und Transponder für Objekte ausgehändigt, Besprechungen finden im Büro statt. Gehen Originalpläne oder Gutachten verloren, entstehen erhebliche Wiederbeschaffungs- und Rekonstruktionskosten. Beim Verlust eines Generalschlüssels kann der Austausch einer Schließanlage schnell in den fünfstelligen Bereich gehen.
Wichtig ist die Zuordnung: Der Verlust einer überlassenen Sache entsteht aus dem Betriebsablauf, nicht aus Ihrer Planungsleistung. Zuständig ist deshalb in der Regel die Betriebshaftpflicht — manche Konzepte für Planungsbüros bündeln solche Erweiterungen allerdings mit der Berufshaftpflichtversicherung. Wo der Baustein sitzt, ist tarifabhängig und sollte konkret geprüft werden.
Vier Fragen lohnen dabei den Blick in die Bedingungen: Welche Erweiterungen sind überhaupt enthalten? Welche Sublimite und Selbstbehalte gelten? Welche Auflagen sind einzuhalten, etwa zur Aufbewahrung? Und bleiben Wertsachen und Bargeld ausgeschlossen — was in aller Regel der Fall ist?
Ein Ingenieurbüro übernimmt vom Auftraggeber Original-Bestandspläne und statische Nachweise für eine Sanierung. Nach einem internen Umzug sind zwei Aktenordner unauffindbar. Die Unterlagen müssen aus Archiven und Behörden neu beschafft und teilweise rekonstruiert werden — Aufwand rund 45.000 Euro.
Ob das Büro diesen Betrag selbst trägt, entscheidet allein die Frage, ob eine Deckungserweiterung für das Abhandenkommen von Dokumenten Dritter vereinbart wurde und wie hoch deren Sublimit ausfällt. Ohne diesen Baustein bleibt der Schaden vollständig beim Büro — der Grundvertrag greift hier nicht.
Nein. Es ist im Grundsatz ausgeschlossen. Deckung besteht nur, wenn ausdrückliche Erweiterungen vereinbart sind — typischerweise mit Sublimit und Auflagen.
In aller Regel nicht. Wertsachen und Bargeld sind in nahezu allen Bedingungswerken ausdrücklich ausgenommen.
Daten sind keine Sachen im Rechtssinn. Für Datenverlust sind eigene Bausteine erforderlich, in der Regel über eine Cyberversicherung.
Wenn der Verlust im betrieblichen Zusammenhang eintritt und die Police die Belegschafts- und Besucherhabe einschließt. Wertsachen bleiben auch dann meist ausgenommen.
Der Austausch einer Schließanlage ist der klassische Anwendungsfall der Schlüsselverlust-Erweiterung. Ohne diese Erweiterung trägt das Büro die Kosten selbst — bei größeren Anlagen ein erheblicher Betrag.