Definition

Ein Deepfake ist ein mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugtes, täuschend echt wirkendes Video-, Bild- oder Audiomaterial, das reale Personen Dinge sagen oder tun lässt, die tatsächlich nie stattgefunden haben.

Erklärung / Hintergrund

Deepfakes entstehen mithilfe komplexer KI-Modelle, die anhand vorhandener Aufnahmen einer Person deren Stimme, Mimik oder Bewegungen realistisch nachbilden können. Die Qualität solcher Fälschungen hat sich in den vergangenen Jahren so stark verbessert, dass sie mit bloßem Auge oder Ohr kaum noch von echten Aufnahmen zu unterscheiden sind.

Für Unternehmen ist die Bedrohung durch Deepfakes relevant, weil sie zunehmend für ausgefeilte Betrugsversuche genutzt werden, etwa durch täuschend echt nachgeahmte Stimmen von Führungskräften in Telefonaten oder Videoanrufen, um Mitarbeitende zu betrügerischen Zahlungen oder zur Preisgabe vertraulicher Informationen zu bewegen.

Für Architektur- und Ingenieurbüros kann diese Bedrohung relevant werden, wenn ein Deepfake genutzt wird, um sich in einem Videoanruf glaubwürdig als Geschäftsführung, Auftraggeber oder Bauherr auszugeben und darüber eine dringende, tatsächlich betrügerische Zahlungsanweisung oder Datenweitergabe zu veranlassen.

Abzugrenzen ist der Deepfake von klassischem Social Engineering, das ohne technisch aufwendige Fälschung auskommt, sowie von CEO-Fraud, das häufig ohne Deepfake-Technologie allein über gefälschte Textnachrichten funktioniert. Beide Betrugsformen können jedoch durch den Einsatz von Deepfakes zusätzlich glaubwürdiger gemacht werden.

Praxisrelevanz

Für Sie als Geschäftsführerin oder Geschäftsführer eines Planungsbüros ist die Bedrohung durch Deepfakes relevant, weil selbst ein scheinbar persönlicher Telefon- oder Videoanruf einer bekannten Stimme künftig nicht mehr automatisch als Echtheitsnachweis gelten kann. Ein klar kommuniziertes Vier-Augen-Prinzip bei allen ungewöhnlichen oder eiligen Zahlungsanweisungen, verbunden mit einer unabhängigen Rückbestätigung über einen zuvor bekannten Kommunikationsweg, bleibt auch gegenüber technisch ausgefeilten Deepfake-gestützten Betrugsversuchen eine wirksame und bewährte Schutzmaßnahme. Für die Cyberversicherung kann relevant sein, dass durch Deepfakes ermöglichte Betrugsschäden je nach Bedingungswerk unterschiedlich behandelt werden können. Eine regelmäßige Sensibilisierung Ihrer Mitarbeitenden für diese neue, wachsende Bedrohungsform ist daher zunehmend wichtig.

Praxisbeispiel

Ein Mitarbeiter der Buchhaltung eines Ingenieurbüros erhält einen Videoanruf, in dem die scheinbar echte Stimme und das Gesicht des Geschäftsführers dringend eine ungewöhnliche, kurzfristige Zahlung an ein angeblich neues Lieferantenkonto verlangen. Die Bild- und Tonqualität wirkt täuschend echt, tatsächlich handelt es sich jedoch um einen mittels Deepfake-Technologie erzeugten, gefälschten Videoanruf. Da der Mitarbeiter dennoch dem etablierten internen Vier-Augen-Prinzip folgt und den echten Geschäftsführer über eine bekannte, unabhängige Telefonnummer zurückruft, wird der ausgefeilte Betrugsversuch rechtzeitig aufgedeckt, bevor eine Zahlung tatsächlich veranlasst wird. Das Büro schult daraufhin alle Mitarbeitenden gezielt und regelmäßig zum Thema Deepfakes und Videobetrug.

FAQ

Was ist ein Deepfake?

Ein Deepfake ist ein mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugtes, täuschend echt wirkendes Video-, Bild- oder Audiomaterial, das reale Personen scheinbar Dinge sagen oder tun lässt.

Wie werden Deepfakes für Betrug eingesetzt?

Sie werden zunehmend genutzt, um Stimmen oder Videobilder von Führungskräften nachzuahmen und Mitarbeitende zu betrügerischen Zahlungen oder Datenweitergaben zu bewegen.

Warum sind Deepfakes für Architektur- und Ingenieurbüros relevant?

Ein Deepfake könnte genutzt werden, um sich glaubwürdig als Geschäftsführung oder Bauherr auszugeben und dringende, betrügerische Zahlungsanweisungen zu veranlassen.

Wie unterscheidet sich ein Deepfake von klassischem CEO-Fraud?

CEO-Fraud funktioniert häufig allein über gefälschte Textnachrichten, während ein Deepfake zusätzlich täuschend echtes Bild- oder Tonmaterial zur Täuschung nutzt.

Wie können sich Unternehmen gegen Deepfake-Betrug schützen?

Ein konsequentes Vier-Augen-Prinzip mit unabhängiger Rückbestätigung über bekannte Kommunikationswege bleibt auch gegenüber Deepfakes eine wirksame Schutzmaßnahme.

Verwandte Begriffe

Social Engineering – bildet die übergeordnete Kategorie psychologischer Täuschung, die durch Deepfakes zusätzlich verstärkt werden kann.

CEO-Fraud – kann durch den Einsatz von Deepfake-Technologie deutlich glaubwürdiger und gefährlicher werden.

Business Email Compromise (BEC) – kann ebenfalls durch Deepfake-gestützte Kommunikation ergänzt und verstärkt werden.

Cyberversicherung – kann je nach Vertrag finanzielle Folgen von Deepfake-gestütztem Betrug abdecken.