Definition
Kryptojacking bezeichnet die unbefugte Nutzung fremder Rechenleistung durch heimlich installierte Schadsoftware, um damit ohne Wissen oder Zustimmung des Geräteeigentümers Kryptowährungen zu erzeugen und finanziellen Nutzen für Angreifer zu erzielen, insbesondere im betrieblichen Alltag.
Erklärung / Hintergrund
Kryptojacking-Schadsoftware nutzt die Rechenleistung infizierter Geräte im Hintergrund, um rechenintensive Berechnungen für die Erzeugung von Kryptowährungen durchzuführen, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer dies bemerken, außer durch spürbar verlangsamte Systemleistung oder erhöhten Stromverbrauch.
Für Unternehmen ist Kryptojacking relevant, weil befallene Systeme durch die dauerhafte Auslastung ihrer Rechenleistung spürbar langsamer arbeiten, was die Produktivität beeinträchtigt, gleichzeitig aber weniger offensichtlich ist als andere Schadsoftware und daher oft lange unentdeckt bleibt.
Für Architektur- und Ingenieurbüros ist Kryptojacking relevant, weil rechenintensive Anwendungen wie BIM-Software oder CAD-Programme durch im Hintergrund laufende Kryptojacking-Software zusätzlich verlangsamt werden können, was Projektbearbeitung und Termineinhaltung spürbar beeinträchtigen kann.
Abzugrenzen ist Kryptojacking von Ransomware, die Daten gezielt verschlüsselt und Lösegeld fordert, während Kryptojacking primär unbemerkt im Hintergrund arbeitet, ohne den Nutzer direkt zu erpressen. Malware bildet die übergeordnete Kategorie, zu der Kryptojacking-Software zählt. Dies zeigt, wie eng die einzelnen Konzepte der Cybersicherheit miteinander verzahnt sind.
Praxisrelevanz
Für Sie als Geschäftsführerin oder Geschäftsführer eines Planungsbüros ist Kryptojacking relevant, weil befallene Arbeitsplatzrechner oder Server durch die heimliche Nutzung ihrer Rechenleistung spürbar langsamer arbeiten können, was insbesondere bei rechenintensiven Anwendungen wie BIM-Software die Produktivität Ihrer Mitarbeitenden beeinträchtigt. Da Kryptojacking oft unauffälliger als andere Schadsoftware wirkt, bleibt es häufig länger unentdeckt. Für die Cyberversicherung ist relevant, dass auch weniger offensichtliche Schadsoftware-Infektionen wie Kryptojacking Gegenstand einer Cyberversicherung sein können, insbesondere hinsichtlich der Kosten für Bereinigung und Wiederherstellung. Aktuelle Antivirus-Software hilft, solche Infektionen frühzeitig zu erkennen. Ein realistisches Verständnis dieses Zusammenhangs hilft Ihnen zudem, Prioritäten bei der eigenen IT-Sicherheit sinnvoll zu setzen und im Beratungsgespräch zur Cyberversicherung fundierte Fragen zu stellen.
Praxisbeispiel
Mitarbeitende eines Ingenieurbüros bemerken über mehrere Wochen, dass ihre Arbeitsplatzrechner beim Öffnen rechenintensiver BIM-Anwendungen ungewöhnlich langsam reagieren, ohne dass eine offensichtliche Ursache erkennbar ist. Eine Untersuchung durch den IT-Dienstleister deckt schließlich auf, dass mehrere Rechner mit Kryptojacking-Software infiziert sind, die im Hintergrund kontinuierlich Rechenleistung für die Erzeugung von Kryptowährungen abzweigt. Nach Entfernung der Schadsoftware und Installation aktueller Sicherheitsupdates arbeiten die betroffenen Systeme wieder mit der gewohnten Geschwindigkeit, was die Produktivität der Mitarbeitenden spürbar verbessert. Der Vorfall wird intern dokumentiert und dient als Grundlage für weitere, gezielte Verbesserungen der eigenen IT-Sicherheit.
FAQ
Was bedeutet Kryptojacking?
Kryptojacking bezeichnet die unbefugte Nutzung fremder Rechenleistung durch heimliche Schadsoftware zur Erzeugung von Kryptowährungen.
Wie bemerkt man einen Kryptojacking-Befall?
Typische Anzeichen sind spürbar verlangsamte Systemleistung, erhöhter Stromverbrauch und ungewöhnlich hohe Prozessorauslastung.
Warum ist Kryptojacking für Ingenieurbüros relevant?
Rechenintensive Anwendungen wie BIM-Software werden durch im Hintergrund laufende Kryptojacking-Software zusätzlich verlangsamt.
Wie unterscheidet sich Kryptojacking von Ransomware?
Ransomware verschlüsselt Daten gezielt und fordert Lösegeld, während Kryptojacking primär unbemerkt Rechenleistung im Hintergrund abzweigt.
Wie können sich Unternehmen vor Kryptojacking schützen?
Aktuelle Antivirus-Software und regelmäßige Sicherheitsupdates helfen, solche Infektionen frühzeitig zu erkennen und zu entfernen.
Verwandte Begriffe
• Malware – bildet die übergeordnete Kategorie, zu der Kryptojacking-Software zählt.
• Adware – unterscheidet sich von Kryptojacking durch seine primär werbebasierte statt rechenleistungsbasierte Funktion.
• Backdoor – kann gemeinsam mit Kryptojacking-Software installiert werden, um dauerhaften Zugriff zu ermöglichen.
• Botnet – kann Kryptojacking als eine von mehreren Funktionen innerhalb eines Netzwerks infizierter Geräte nutzen.
.png?width=900&height=900&name=BDB%20(1).png)
