Definition
Pharming ist eine Betrugstechnik, bei der Angreifer die Umleitung von Internetnutzern auf gefälschte Webseiten manipulieren, häufig durch Eingriffe in das Domain Name System, um Zugangsdaten oder andere sensible Informationen unbemerkt abzugreifen.
Erklärung / Hintergrund
Beim Pharming manipulieren Angreifer technische Komponenten wie das Domain Name System oder die lokale Namensauflösung eines Geräts, sodass Nutzerinnen und Nutzer selbst bei Eingabe der korrekten Webadresse unbemerkt auf eine gefälschte, identisch aussehende Webseite umgeleitet werden.
Für Unternehmen ist Pharming relevant, weil es im Gegensatz zu klassischem Phishing keine aktive Täuschung durch eine gefälschte E-Mail erfordert, sondern bereits durch die bloße Manipulation technischer Umleitungsmechanismen erfolgreich sein kann, was die Erkennung für betroffene Personen erheblich erschwert.
Für Architektur- und Ingenieurbüros ist Pharming relevant, wenn Mitarbeitende unbemerkt auf eine gefälschte Version einer Projektplattform oder eines Cloud-Dienstes umgeleitet werden und dort ahnungslos ihre echten Zugangsdaten eingeben, die Angreifer anschließend für den Zugriff auf die echten Systeme missbrauchen können.
Abzugrenzen ist Pharming vom klassischen Phishing, das aktiv über gefälschte Nachrichten zur Täuschung führt, während Pharming auf technischer Manipulation der Umleitung selbst basiert. HTTPS und Zertifikatsprüfungen bieten einen gewissen, wenn auch nicht vollständigen Schutz gegen Pharming.
Praxisrelevanz
Für Sie als Geschäftsführerin oder Geschäftsführer eines Planungsbüros ist Pharming relevant, weil Mitarbeitende selbst bei sorgfältiger Eingabe der korrekten Webadresse unbemerkt auf eine gefälschte Version einer Projektplattform umgeleitet werden könnten, wodurch klassische Vorsichtsmaßnahmen wie das genaue Prüfen einer URL allein nicht ausreichen. Die konsequente Nutzung sicherer DNS-Dienste sowie regelmäßige Sicherheitsupdates reduzieren dieses Risiko. Für die Cyberversicherung ist relevant, dass Folgen eines erfolgreichen Pharming-Angriffs, etwa Datenabfluss durch abgegriffene Zugangsdaten, je nach Bedingungswerk Gegenstand einer Cyberversicherung sein können. Eine Sensibilisierung Ihrer Mitarbeitenden für unerwartete Zertifikatswarnungen im Browser bietet zusätzlichen Schutz. Ein realistisches Verständnis dieses Zusammenhangs hilft Ihnen zudem, Prioritäten bei der eigenen IT-Sicherheit sinnvoll zu setzen und im Beratungsgespräch zur Cyberversicherung fundierte Fragen zu stellen.
Praxisbeispiel
Mitarbeitende eines Ingenieurbüros bemerken, dass beim Aufrufen der gewohnten Projektplattform eine ungewöhnliche Zertifikatswarnung im Browser erscheint, obwohl die Adresszeile die korrekte, bekannte Webadresse anzeigt. Da die Mitarbeitenden zuvor für solche Warnsignale sensibilisiert wurden, melden sie den Vorfall umgehend der IT-Abteilung, statt die Warnung zu ignorieren. Eine Untersuchung bestätigt, dass tatsächlich ein Pharming-Versuch vorlag, bei dem die Namensauflösung auf einem einzelnen Gerät manipuliert worden war. Durch die schnelle Meldung kann der Vorfall auf das betroffene Gerät begrenzt werden, bevor Zugangsdaten tatsächlich abgegriffen werden. Der Vorfall wird intern dokumentiert und dient als Grundlage für weitere, gezielte Verbesserungen der eigenen IT-Sicherheit.
FAQ
Was ist Pharming?
Pharming ist eine Betrugstechnik, bei der Nutzer durch Manipulation technischer Umleitungsmechanismen unbemerkt auf gefälschte Webseiten geleitet werden.
Wie unterscheidet sich Pharming von Phishing?
Phishing täuscht aktiv über gefälschte Nachrichten, während Pharming auf technischer Manipulation der Umleitung selbst basiert, ohne aktive Täuschung durch eine Nachricht.
Warum ist Pharming besonders gefährlich?
Selbst bei Eingabe der korrekten Webadresse können Nutzer unbemerkt auf eine gefälschte Seite umgeleitet werden.
Wie können Ingenieurbüros sich vor Pharming schützen?
Sichere DNS-Dienste, regelmäßige Sicherheitsupdates und Sensibilisierung für Zertifikatswarnungen reduzieren das Risiko.
Sind Folgen von Pharming über eine Cyberversicherung abgedeckt?
Je nach Bedingungswerk können Datenabflüsse durch Pharming-Angriffe Gegenstand einer Cyberversicherung sein.
Verwandte Begriffe
• Social Engineering – unterscheidet sich von Pharming durch aktive psychologische statt rein technische Täuschung.
• Business Email Compromise (BEC) – kann auf ähnlichem Weg wie Pharming zu kompromittierten Zugangsdaten führen.
• CEO-Fraud – kann durch mittels Pharming erlangte Zugangsdaten zusätzlich glaubwürdiger gestaltet werden.
• Account freezing – kann als Reaktion nach einem erkannten Pharming-Vorfall relevant werden.
.png?width=900&height=900&name=BDB%20(1).png)
