Definition
Session Hijacking ist eine Angriffstechnik, bei der Angreifer eine bereits authentifizierte, aktive Sitzung eines Nutzers übernehmen, indem sie das zugehörige Sitzungstoken stehlen, um dadurch unbefugten Zugriff auf ein System zu erlangen, ohne selbst Zugangsdaten zu benötigen.
Erklärung / Hintergrund
Bei Session Hijacking stehlen Angreifer das Sitzungstoken, das ein System einem Nutzer nach erfolgreicher Anmeldung zuweist, um eine laufende Sitzung fortzuführen, etwa durch das Abfangen unverschlüsselter Verbindungen oder durch Schadsoftware, die Sitzungsdaten direkt vom Gerät des Opfers ausliest.
Für Unternehmen ist Session Hijacking relevant, weil Angreifer dabei keine Passwörter oder andere Anmeldedaten benötigen, sondern lediglich eine bereits bestehende, authentifizierte Sitzung übernehmen, wodurch selbst starke Passwörter und Multi-Faktor-Authentifizierung diesen spezifischen Angriff nicht verhindern.
Für Architektur- und Ingenieurbüros ist Session Hijacking relevant, wenn Mitarbeitende über unsichere, öffentliche Netzwerke auf Projektplattformen zugreifen, wodurch Angreifer eine aktive Sitzung übernehmen und sich als der eigentliche Nutzer ausgeben könnten, ohne dass dies sofort auffällt.
Abzugrenzen ist Session Hijacking vom Man-in-the-Middle-Angriff, der die gesamte Kommunikation abfängt, während Session Hijacking gezielt auf die Übernahme einer bereits bestehenden Sitzung fokussiert ist. HTTPS und regelmäßig ablaufende Sitzungstoken reduzieren das Risiko von Session Hijacking erheblich. Dies zeigt, wie eng die einzelnen Konzepte der Cybersicherheit miteinander verzahnt sind.
Praxisrelevanz
Für Sie als Geschäftsführerin oder Geschäftsführer eines Planungsbüros ist Session Hijacking relevant, weil Mitarbeitende, die über unsichere, öffentliche Netzwerke auf Projektplattformen zugreifen, Opfer eines solchen Angriffs werden könnten, ohne dass selbst Multi-Faktor-Authentifizierung diesen spezifischen Angriff nach der erfolgreichen Anmeldung noch verhindern kann. Die konsequente Nutzung von HTTPS und einer VPN-Verbindung bei Zugriffen außerhalb des Büronetzwerks reduziert dieses Risiko erheblich. Für die Cyberversicherung ist relevant, dass Folgen eines erfolgreichen Session Hijacking, etwa unbefugter Datenzugriff, je nach Bedingungswerk Gegenstand einer Cyberversicherung sein können. Regelmäßig ablaufende Sitzungstoken auf genutzten Plattformen bieten zusätzlichen Schutz. Ein realistisches Verständnis dieses Zusammenhangs hilft Ihnen zudem, Prioritäten bei der eigenen IT-Sicherheit sinnvoll zu setzen und im Beratungsgespräch zur Cyberversicherung fundierte Fragen zu stellen.
Praxisbeispiel
Ein Mitarbeiter eines Ingenieurbüros meldet sich über ein unsicheres, öffentliches WLAN-Netzwerk bei der Projektplattform des Büros an. Da die Verbindung nicht durchgängig über HTTPS und ein VPN abgesichert war, gelingt es einem Angreifer im selben Netzwerk, das Sitzungstoken abzufangen und die aktive Sitzung zu übernehmen, wodurch er ohne eigene Anmeldedaten Zugriff auf die Projektplattform erhält. Nach diesem Vorfall führt das Büro eine verbindliche VPN-Pflicht für alle externen Zugriffe ein und stellt sicher, dass sämtliche genutzten Plattformen Sitzungstoken nach kurzer Zeit automatisch ablaufen lassen. Der Vorfall wird intern dokumentiert und dient als Grundlage für weitere, gezielte Verbesserungen der eigenen IT-Sicherheit.
FAQ
Was ist Session Hijacking?
Session Hijacking übernimmt eine bereits authentifizierte, aktive Sitzung eines Nutzers durch Diebstahl des zugehörigen Sitzungstokens.
Warum hilft Multi-Faktor-Authentifizierung nicht gegen Session Hijacking?
Der Angriff erfolgt erst nach der erfolgreichen Anmeldung, wenn die Sitzung bereits authentifiziert und aktiv ist.
Warum ist Session Hijacking für Ingenieurbüros relevant?
Mitarbeitende, die über unsichere Netzwerke auf Projektplattformen zugreifen, könnten Opfer eines solchen Angriffs werden.
Wie unterscheidet sich Session Hijacking von einem Man-in-the-Middle-Angriff?
Session Hijacking fokussiert gezielt auf die Übernahme einer bestehenden Sitzung, während ein Man-in-the-Middle-Angriff die gesamte Kommunikation abfängt.
Wie können Unternehmen sich vor Session Hijacking schützen?
HTTPS, VPN-Nutzung bei externen Zugriffen und regelmäßig ablaufende Sitzungstoken reduzieren das Risiko erheblich.
Verwandte Begriffe
• Exploit – kann genutzt werden, um Schwachstellen für ein erfolgreiches Session Hijacking auszunutzen.
• Attack vector – beschreibt den Weg, über den ein Session-Hijacking-Angriff technisch durchgeführt wird.
• Attacker – führt Session Hijacking gezielt gegen unzureichend abgesicherte Verbindungen durch.
• Advanced Persistent Threat (APT) – kann Session Hijacking als einen von mehreren Schritten eines langfristigen Angriffs nutzen.
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