Named Perils Deckung

Definition

Die Named Perils Deckung ist eine Deckungsform, bei der Versicherungsschutz ausschließlich für die im Vertrag ausdrücklich benannten Gefahren, Risiken oder Tätigkeiten besteht. Sie entspricht der Katalogdeckung.


Erklärung / Hintergrund

Der Versicherer legt einen abschließenden Katalog fest — nur was darin steht, ist versichert. In der Sachversicherung sind das typischerweise benannte Gefahren wie Feuer, Leitungswasser oder Sturm. In der Berufshaftpflicht sind es die im Versicherungsschein aufgeführten Tätigkeiten.

Was daraus folgt

  • Versichert ist nur, was ausdrücklich benannt ist. Eine Ähnlichkeit zum Berufsbild genügt nicht.
  • Neue Tätigkeiten müssen dem Versicherer gemeldet und in den Vertrag aufgenommen werden — vor der ersten Beauftragung.
  • Der Katalog spiegelt den Stand bei Vertragsschluss und veraltet still, wenn das Leistungsspektrum wächst.

Abgrenzung

  • Named Perils Deckung — nur die aufgeführten Risiken.
  • All-Risk-Deckung — alles außer dem ausdrücklich Ausgeschlossenen.
  • Erweiterte Berufsbildklausel — belässt es beim Katalog, öffnet ihn aber für weitere berufstypische Tätigkeiten.
  • Vorsorgeversicherung — greift befristet für neu hinzukommende Risiken, ersetzt aber nicht die Anzeige.

Synonyme: Katalogdeckung, benannte Gefahren-Deckung, enumerative Deckung.


Praxisrelevanz

Für Ihr Büro ist die Named Perils Deckung deshalb riskant, weil sich Leistungsspektren schneller verändern als Versicherungsverträge. Lücken entstehen typischerweise bei Tätigkeiten, die organisch aus dem Kerngeschäft gewachsen sind: Energieberatung, Fördermittelberatung, BIM-Koordination, Projektsteuerung oder gutachterliche Stellungnahmen.

Diese Deckungsform verlangt deshalb eine aktive Pflege des Vertrags. Drei Punkte:

  • Regelmäßiger Abgleich. Gleichen Sie Ihr tatsächliches Leistungsangebot mit dem versicherten Tätigkeitskatalog ab, insbesondere nach Neueinstellungen oder dem Einstieg in ein neues Geschäftsfeld.
  • Anzeige vor Beauftragung. Die Meldung wirkt nach vorn. Nach einem Schaden lässt sich der Schutz für diesen Fall in aller Regel nicht mehr herstellen.
  • Öffnungsklauseln prüfen. Eine erweiterte Berufsbildklausel entschärft das Grundproblem erheblich, ohne den Vertrag vollständig umstellen zu müssen.

Ob Ihre Berufshaftpflichtversicherung einem Katalogansatz folgt oder offen konstruiert ist, ergibt sich aus dem Abschnitt zur versicherten Tätigkeit im Versicherungsschein.

Praxisbeispiel

Ein Architekturbüro ist im Versicherungsschein für Entwurfs- und Ausführungsplanung erfasst. Es übernimmt zusätzlich die Objektüberwachung für ein Bauvorhaben, ohne dies dem Versicherer anzuzeigen.

Entsteht aus einem Überwachungsfehler ein Schaden, stellt sich zunächst die Frage, ob diese Tätigkeit vom Katalog erfasst ist. Ist sie es nicht, besteht für diesen Leistungsteil kein Schutz — unabhängig von der Versicherungssumme und unabhängig davon, wie berufstypisch die Leistung erscheint. Eine Anzeige vor Auftragsbeginn hätte genügt.


FAQ

Was ist eine Named Perils Deckung?

Eine Deckungsform, bei der nur die ausdrücklich benannten Gefahren oder Tätigkeiten versichert sind. Alles Übrige bleibt außen vor.

Wo liegt der Nachteil?

Neue Tätigkeiten müssen aktiv gemeldet werden. Unterbleibt das, entsteht eine Lücke, die im Schadenfall nicht mehr zu schließen ist.

Welche Alternativen gibt es?

Ein All-Risk-Ansatz oder — als Mittelweg — eine erweiterte Berufsbildklausel, die den Katalog für weitere berufstypische Tätigkeiten öffnet.

Woran erkenne ich diese Deckungsform?

An einer abschließenden Aufzählung im Abschnitt zur versicherten Tätigkeit, ohne Öffnungsformel wie „und alle berufstypischen Tätigkeiten".

Ist diese Deckungsform noch gebräuchlich?

In der Sachversicherung ist sie weiterhin verbreitet. In der Berufshaftpflicht für Planungsbüros finden sich sowohl Katalog- als auch offene Ansätze; ein Vergleich lohnt.


Verwandte Begriffe

  • Deckung – der Oberbegriff, dessen Zuschnitt diese Form besonders eng fasst
  • Versicherungssumme – nützt nichts, wenn die Tätigkeit nicht im Katalog steht
  • Vorsorgeversicherung – der befristete Schutz für neu hinzukommende Risiken
  • Katalogdeckung – die deutsche Bezeichnung für dasselbe Prinzip
  • Offene Deckung – der Gegenentwurf mit umgekehrter Beweisrichtung