Quoten-Arge

Definition

Die Quoten-ARGE ist eine Arbeitsgemeinschaft, bei der die Partner die Leistung gemeinsam erbringen und Aufwand, Ergebnis und Risiko nach vereinbarten Quoten tragen — etwa 60 zu 40.


Erklärung / Hintergrund

Bei der Quoten-ARGE arbeiten die Partner am selben Werk. Die Quote bestimmt, wer welchen Anteil an Aufwand und Honorar trägt — nicht, wer welchen Teil der Leistung erbringt. Das unterscheidet sie von der Los-ARGE, bei der jeder ein abgegrenztes Los eigenverantwortlich bearbeitet.

Die entscheidende Einschränkung

Die Quote wirkt ausschließlich im Innenverhältnis. Gegenüber dem Auftraggeber haften alle Partner gesamtschuldnerisch in voller Höhe — ein Partner mit 20 Prozent Quote kann für 100 Prozent des Schadens in Anspruch genommen werden.

Erst der interne Ausgleich nach § 426 BGB richtet sich nach der vereinbarten Quote. Und dieser Ausgleich ist nur so viel wert wie die Zahlungsfähigkeit und die Versicherung der übrigen Partner.

Wann diese Form gewählt wird

  • bei Leistungen, die sich nicht sinnvoll in abgegrenzte Lose teilen lassen,
  • wenn gemeinsame Kapazität oder Referenzen gefragt sind,
  • wenn Partner unterschiedlich stark einbringen und das über die Quote abgebildet wird.

Synonyme: quotale Arbeitsgemeinschaft, Anteils-ARGE.


Praxisrelevanz

Für Ihr Büro ist die Quoten-ARGE die riskantere der beiden ARGE-Formen: Weil gemeinsam am selben Werk gearbeitet wird, lässt sich ein Fehler oft nicht eindeutig zuordnen — und ohne Zuordnung greift der interne Ausgleich schwer.

Drei Punkte:

  • Die Quote schützt Sie nach außen nicht. Ein kleiner Anteil bedeutet nicht kleines Risiko. Bei der Bewertung eines ARGE-Angebots ist das Gesamtvolumen maßgeblich, nicht Ihr Anteil daran.
  • Dokumentieren Sie die Arbeitsteilung trotzdem. Auch wenn die Quote nach außen nicht wirkt — im Innenverhältnis entscheidet sie über den Ausgleich, und ohne Nachweise wird darüber gestritten.
  • Objektversicherung statt Einzelpolicen. Bei gemeinsam erbrachter Leistung ist die Zuordnung zur richtigen Police schwierig. Eine projektbezogene Deckung für alle Beteiligten vermeidet den Streit darüber, wessen Versicherer zuständig ist.

Ob und in welchem Umfang Ihre Berufshaftpflichtversicherung die Haftung aus einer Quoten-ARGE erfasst, ergibt sich aus dem Bedingungswerk — die Frage sollte vor Abgabe des Angebots geklärt sein.

Praxisbeispiel

Zwei Ingenieurbüros bilden eine Quoten-ARGE für die Tragwerksplanung eines Industriebaus, Quote 70 zu 30. Beide Teams arbeiten an derselben Berechnung; ein Fehler in den Lastannahmen führt zu Schäden von 1,2 Mio. Euro.

Der Bauherr nimmt das Büro mit der 30-Prozent-Quote in Anspruch — es ist der finanziell stärkere Partner. Es muss in voller Höhe leisten und kann anschließend 70 Prozent intern geltend machen. Da beide Teams an der Berechnung beteiligt waren, ist bereits streitig, ob die Quote den Verursachungsbeitrag zutreffend abbildet. Eine gemeinsame Objektversicherung hätte diese Auseinandersetzung erspart.


FAQ

Was ist eine Quoten-ARGE?

Eine Arbeitsgemeinschaft, bei der die Partner gemeinsam leisten und Aufwand, Ergebnis und Risiko nach vereinbarten Anteilen tragen.

Begrenzt die Quote meine Haftung?

Nein. Gegenüber dem Auftraggeber haften alle Partner gesamtschuldnerisch in voller Höhe.

Wozu dient die Quote dann?

Für den internen Ausgleich nach § 426 BGB und die Verteilung von Aufwand und Honorar.

Was unterscheidet sie von der Los-ARGE?

Bei der Los-ARGE bearbeitet jeder Partner ein abgegrenztes Los eigenverantwortlich; bei der Quoten-ARGE wird gemeinsam am selben Werk gearbeitet.

Wie sichere ich das Risiko ab?

Am besten über eine objektbezogene Versicherung für das Vorhaben, die alle Beteiligten erfasst.


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