eID Verfahren des elektronischen Personalausweises

  • August 10, 2026

Definition

Das eID-Verfahren ist eine Funktion des elektronischen Personalausweises, mit der sich Bürgerinnen und Bürger gegenüber Online-Diensten sicher und rechtsverbindlich digital ausweisen können, ohne persönlich vor Ort erscheinen zu müssen, insbesondere im betrieblichen Alltag.

Erklärung / Hintergrund

Das eID-Verfahren nutzt einen im Personalausweis integrierten Chip, der gemeinsam mit einer persönlichen Geheimnummer und einem Kartenlesegerät oder einer entsprechenden Smartphone-App eine sichere, kryptografisch abgesicherte Identifikation gegenüber berechtigten Online-Diensten ermöglicht, etwa Behörden oder Banken.

Für Unternehmen ist das eID-Verfahren relevant, weil es eine rechtssichere Alternative zu physischen Identitätsprüfungen oder unsicheren Verfahren wie dem einfachen Postversand von Ausweiskopien bietet. Die Nutzung erfordert eine entsprechende technische Anbindung sowie eine behördliche Berechtigung zur Nutzung des Verfahrens.

Für Architektur- und Ingenieurbüros kann das eID-Verfahren relevant werden, wenn digitale Behördengänge, etwa im Rahmen von Genehmigungsverfahren oder öffentlichen Ausschreibungen, eine sichere Identifikation der Verantwortlichen erfordern, wodurch Prozesse beschleunigt und die Sicherheit im Vergleich zu papierbasierten Verfahren erhöht werden kann.

Abzugrenzen ist das eID-Verfahren von der allgemeinen Digitalen Identität, die ein breiteres Spektrum digitaler Identitätsmerkmale umfasst, sowie von der Fernidentifizierung, die alternative technische Verfahren zur Identitätsprüfung beschreibt. FIDO und Fido2 beschreiben andere, primär für Authentifizierung statt Identitätsnachweis genutzte Standards.

Praxisrelevanz

Für Sie als Geschäftsführerin oder Geschäftsführer eines Planungsbüros ist das eID-Verfahren relevant, wenn digitale Behördengänge oder Ausschreibungsverfahren eine sichere, rechtsverbindliche Identifikation erfordern, etwa bei der Beantragung bestimmter Genehmigungen oder der Teilnahme an öffentlichen Vergabeverfahren. Die Nutzung dieses Verfahrens kann Prozesse beschleunigen und gleichzeitig ein höheres Sicherheitsniveau als papierbasierte Alternativen bieten. Für die Cyberversicherung ist indirekt relevant, dass der Einsatz etablierter, sicherer Identifikationsverfahren wie eID Teil eines durchdachten Gesamtkonzepts für digitale Sicherheit sein kann. Es lohnt sich, bei relevanten Behördenkontakten gezielt nach der Möglichkeit der eID-Nutzung zu fragen. Ein realistisches Verständnis dieses Zusammenhangs hilft Ihnen zudem, Prioritäten bei der eigenen IT-Sicherheit sinnvoll zu setzen und im Beratungsgespräch zur Cyberversicherung fundierte Fragen zu stellen.

Praxisbeispiel

Ein Ingenieurbüro muss im Rahmen eines digitalen Genehmigungsverfahrens für ein größeres Bauprojekt die Identität des verantwortlichen Geschäftsführers rechtssicher gegenüber der zuständigen Behörde nachweisen. Anstatt aufwendig persönlich vorstellig zu werden oder Ausweiskopien postalisch zu versenden, nutzt der Geschäftsführer das eID-Verfahren seines elektronischen Personalausweises, um sich innerhalb weniger Minuten sicher und rechtsverbindlich online zu identifizieren. Das Genehmigungsverfahren kann dadurch deutlich schneller abgeschlossen werden als bei vergleichbaren, papierbasierten Verfahren früherer Projekte, was die Geschäftsführung von den Vorteilen des digitalen Identitätsnachweises überzeugt. Der Vorfall wird intern dokumentiert und dient als Grundlage für weitere, gezielte Verbesserungen der eigenen IT-Sicherheit.

FAQ

Was ist das eID-Verfahren?

Das eID-Verfahren ist eine Funktion des elektronischen Personalausweises, mit der sich Bürgerinnen und Bürger sicher und rechtsverbindlich gegenüber Online-Diensten digital ausweisen können.

Wie funktioniert das eID-Verfahren technisch?

Ein im Personalausweis integrierter Chip wird gemeinsam mit einer persönlichen Geheimnummer und einem Kartenlesegerät oder einer App zur sicheren Identifikation genutzt.

Wann wird das eID-Verfahren für Ingenieurbüros relevant?

Insbesondere bei digitalen Behördengängen wie Genehmigungsverfahren oder öffentlichen Ausschreibungen, die eine sichere Identifikation der Verantwortlichen erfordern.

Welche Vorteile bietet das eID-Verfahren gegenüber papierbasierten Verfahren?

Es ermöglicht eine schnellere, rechtssichere Identifikation ohne persönliches Erscheinen und reduziert gleichzeitig sicherheitsrelevante Risiken papierbasierter Prozesse.

Wie unterscheidet sich das eID-Verfahren von FIDO2?

Das eID-Verfahren dient primär dem rechtsverbindlichen Identitätsnachweis, während FIDO2 vorrangig für die technische Authentifizierung an Online-Diensten genutzt wird.

Verwandte Begriffe

Digitale Identität – umfasst das eID-Verfahren als eine spezifische, staatlich abgesicherte Ausprägung digitaler Identitätsnachweise.

Abgeleitete Identitäten – können auf Basis eines mittels eID nachgewiesenen Identitätsmerkmals abgeleitet werden.

Anonymität – steht im bewussten Gegensatz zur eindeutigen Identifikation mittels eID-Verfahren.

Digital footprint – kann durch die Nutzung digitaler Identifikationsverfahren wie eID zusätzlich beeinflusst werden.